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Heute ist das Aufnehmen von Krediten, als das Schuldenmachen zur Finanzierung von Waren und Dienstleistungen normal. Aber das war nicht immer so. Alles begann Ende der 1950er Jahre.

Die Entwicklung von Konsumentenkrediten im Zeitraffer

Die Entwicklung der Kredit-Konsumgesellschaft

Schulden machen hat Geschichte

Nachdem die Rekonstruktionsperiode des ökonomischen Systems in der BRD zehn Jahre nach dem Ende der Zweiten Weltkrieges zu Ende ging und die Unternehmen in Deutschland deutlich weniger Kredite nachfragten, mussten die Banken nach neuen Geschäftsstrategien suchen. So entstand das Marktsegment Konsumentenkredite. Wenn die Industrie nicht mehr ausreichend Kredit nachfragte, dann sollten die deutschen Verbraucher als Kreditkunden gewonnen werden.

Deutschland blühte nach dem Zweiten Weltkrieg in den Fünfziger Jahren auf, heute wird gern vom Wirtschaftswunder gesprochen. Langlebige Konsumgüter wurden in Massen hergestellt und die Bevölkerung war nur allzu gern bereit, diese Waren als Standard zu betrachten und besitzen zu wollen.

Eine niedrige Arbeitslosenquote, Tarifverträge und sichere Arbeitsverträge trugen dazu bei, dass Verbraucherinnen und Verbraucher bereit waren, sich für Konsum zu verschulden. Das Leben auf Pump wurde gesellschaftsfähig. Das neue Auto, die Möbel, das Haus und die Urlaubsreise werden heute in der Regel mit Konsumentenkrediten finanziert. Das war bis weit in die Siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts anders.

Zur damaligen Zeit war die Verschuldung negativ besetzt und glich einer persönlichen Katastrophe. Diese Widerstände bei vielen Konsumenten wurden nach und nach durch einen erheblichen Werbeaufwand der Banken aufgeweicht. Ganz schleichend wurde es zur gesellschaftlichen Normalität, bestimmte Konsumgüter auf Kredit zu kaufen. Neben der Bildung von Ersparnissen – auch heute noch sind die Deutschen Weltmeister, wenn es um das Zurücklegen von Geld geht – wurde die Aufnahme von Krediten eine wichtige Möglichkeit Zugang zu bestimmten Waren zu haben, ohne die Ersparnisse anrühren zu müssen.

Ein weiterer Meilenstein dieser Entwicklung war die Einführung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs 1967 und die Einführung des Dispositionskredites durch die Sparkassen. Auf diese Art gelang es der Kreditwirtschaft, die Arbeitnehmer in das bankenmäßig organisierte Geld- und Kreditwesen zu integrieren.

Probleme der Kredit-Konsumgesellschaft

Von der Verschuldung zur Überschuldung ist es oft ein schleichender Prozess. Auch Änderungen der strukturellen Voraussetzungen durch eine höhere Arbeitslosenzahl trugen schon zu Beginn der 1980er Jahre dazu bei, dass eine immer größer werdende Zahl von Menschen aufgrund von Einkommenverlusten nicht mehr in der Lage war, die Kredite vereinbarungsgemäß zu bedienen. In dieser Zeit entstanden die ersten Schuldnerberatungsstellen.

Das Wachstum der Kredit-Konsumgesellschaft geht in die zweite Runde

Die Entwicklung der Kredit-Konsumgesellschaft

Kredite werden gern aufgenommen

Nachdem das Konsumverhalten bezogen auf Kredite zu Beginn der 1980er Jahre einen Dämpfer bekam, wurde die Kreditaufnahme schon 1982 wieder stärker ausgeweitet. Das Geschäft entwickelte sich expansiv bis zum Ende der 1980er Jahre und erlebte dann Anfang der 1990er Jahre durch die neuen Bundesländer einen deutlichen Schub.

Durch neue Anbieter und die Entwicklung neuartiger Formen des Kredits konnte insgesamt bis zum Ende der 1990er Jahre die Verschuldung und ihre Normalität stetig gesteigert werden.

Mit der Liberalisierung des europäischen Marktes für Finanzdienstleistungen 1993 und 1994 traten zunehmend auch ausländische Banken als Anbieter auf dem deutschen Markt auf.

Die Hersteller und der Handel traten – teilweise über eigene Banken (Autobanken) – wieder in das Kreditgeschäft ein.

Nachdem die Kredite zu einer derart bedeutsamen Möglichkeit des Zugangs zu Waren- und Dienstleistungsmärkten wurden, wird mittlerweile sogar schon von einer “Kreditgesellschaft” gesprochen. Wer im Beruf was erreichen will, braucht Bildung, die doppelt bezahlt werden muss. Wer produktiv arbeiten will, braucht dazu Mittel, die einen Kredit erfordern. Das Auto, um zur Arbeit zu fahren, einen Computer, um sich zu bilden und ein Smartphone, um ständig erreichbar zu sein.

Kredite sind heute überall verfügbar und gehören zum Leben der Verbraucher, wie die Arbeit und das Freizeitvergnügen.

Außen vor bleiben nur die, die aufgrund fehlenden Einkommens nicht kreditwürdig sind und die, die sich hoffnungslose verschuldet haben.

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